Saturday, September 02, 2006

Der Kanzler

so ewig wie des Kaisers Karl
erdenkt er sich sein lenken
drum lässt er sich von Wahl zu Wahls
ein Amt vom Volke schenken

dämonisch über allem lacht
der Gute auf dem Throne
geht es ihm doch nur noch um die Macht
und um die goldne Krone

Attacken durch die Gegnerschaft
er wäre machtbetrunken
begegnet er mit frommer Kraft
und ächtet die Halunken

ne Frau nach oben, obendrei
nen Ossi ach wie schwächlich
fällt denn der Opposition nichts ein
nichts neues macht gebrechlich

auf Kirchhof, Mehrwertsteuersatz
kann er befriedigt sagen
für nächste Amtszeit, ach wie schön,
braucht er sich nicht mehr plagen

und wenn's auf Messers Schneide liegt
erklärt man vor dem Volke
es sei dies ein histor'scher Sieg
und dass man nur ihn wollte

kaum Stimmen scheinen blanker Hohn,
das kann er nicht verschweigen
doch weiß der fromme Staatsmann schon
sie werden wieder steigen

so sitzt er nun von Tag zu Tag
in seinem Amtsgebäude
und trifft ihn keine schlimme Plag
bringt er uns lang noch Freude

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