Saturday, September 02, 2006

No.15

Guten Morgen! Es ist 8 Uhr 18 und der warme Kaffee durchschwimmt meine inneren Gedärme. Derselben drehen sich nahezu um, wenn ich der Ereignisse des letzten Monats gedenke. In Anbetracht des vergangenen katholischen Herzschmerzes schreit es ja förmlich nach einer neuen Spalte. Um ehrlich zu sein schrie es danach… zu lange schwieg ich aus Respekt vor den Vorgängen hinter dem violetten Vorhang der Kurie. Tragisch! Denn andere fanden ähnliche Ideen und verarbeiteten sie in Wort, Bild und Sprache. Nun denn, als Trittbrettfahrer springe ich sozusagen dann auf, wenn „papa mobile“ – der Zitterpapst – schon lange das Zeitliche gesegnet hat und die Ratzionalisierung der Kirche schon lange im Gang ist. Aus Respekt vor dem Altehrwürdigen sozusagen versuche ich den „Kath-Hype“ noch ein wenig zu verlängern. Länger noch als die Schlange der morbiden Heilsjünger, die sich entenformationsgleich aufreihten um die verkrüppelten Überreste des „Jahrhundertpapstes“ zu sehen. Doof nur: Der war da gar nicht mehr Papst. Sozusagen eine Thronvakanz, war mit dem Ableben des Mr. „ich habe den Kommunismus besiegt“ eingetreten und das was die Riege der „Freakatholiks“ bewunderte war nichts anderes als verwesende Fleischteile, derer man sich noch nicht getraute in ein Holzkistchen zu packen und irgendwo unter dem Petersdom zu verscharren. Alle Insignien und Persönlichkeiten des Papstes waren schon längst zerstört worden und das bischöfliche Konglomerat kratzte sich hinter dem Vorhang der Barmherzigkeit (Man glaubt gar nicht wie viele Vorhänge der Vatikan hat) Augen und Ohren aus. Sogar den Fischerring hatte man – trotz einer Bitte des deutschen Außenministers, derselben doch aus symbolischen Gründen sein zu lassen – zerbrochen. In Anbetracht der Tatsache, dass die katholische Kirche Besitz als bedingt abstoßend (vor allem dann wenn er sich nicht mehr rentiert) betrachtet war dieser Vorgang relativ schnell beendet. Die paar Prostituierten, welche noch aus den guten alten Zeiten übrig waren hat man ohne viel Aufsehen auf einem vatikanischen Hinterhof verbrannt. Mit der jahrhundertelangen Übung katholischer Feuerteufel müsste das ein relativ schneller und schmerzloser Vorgang gewesen sein.

Dann, nachdem man das kirchliche Trauerspiel mit exklusiv Interviews à la: „ich kenne den neuen Papst“ („Ach wie gut das niemand weiß wie das neue Päpstlein heißt“) extensiv in die Länge gezogen wurde und die Fernsehsender sich in Beweihräucherung des „papa polacka“ zu überbieten suchten. Sperrten sie die ganzen gewandeten Narrköpfe in einer kleinen Kapelle ein mit der Bitte einen von Ihnen als neuen Papst wieder rauszuschicken. Im Prinzip eine simple Sache. Man nimmt denjenigen, welcher am Besten über die eigenen Unzüchtigkeiten bescheid weiß, macht eine vorgezogene Pseudoabstimmung, jagt ein bisschen weißen Rauch am zweiten Tag durch den Kamin und fertig ist „Papa Ratzi“. Auch natürlich in Rücksicht auf die gebeutelte deutsche Seele, welche mal wieder einen großen deutschen Führer brauchte. Der letzte ist ja auch schon ein paar Jährchen her und mittlerweile gab es im außerdeutschen Ehrbereich schon wieder aufstrebendes Führungspotential. Nun denn, da isser, der „Ratzi“. Ein Papst wie ihn die Welt braucht, nicht so ein verkrüppelter Jammerlappen, welcher außer ein paar „urbi et gorbi“ nicht wirklich mehr viel zu bieten hatte. Nein ein echter Prachtkerl mit diabolischem Grinsen (Oh, so was sagt man glaub ich nicht), ein echtdeutsches Urgewächs, gerade von Statur, mit wachen braunen Augen – nur das Bärtchen fehlt noch, dann wär auch der letzte Deutsche überzeugt. „Ave Benedikt“, „Heil Dir Benni!“. Bene und Schluß.

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