Tuesday, April 10, 2007

Neuigkeiten

Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass im Jahre 2000 die Welt haette untergehen muessen. Dass wir heute noch am Leben sind, liegt an Verschiebungen im Raum- Zeit-Kontinuum, einem Walfisch und einem Blumentopf.
In einem leidenschaftlichen Appel wendeten sich die Wissenschaftler an den Amerikanischen Praesidenten das Geschehene Unglueck durch ungezielte weltweite Nuklearschlaege wieder gut zu machen.
In einer ersten oeffentlichen Erklaerung, zeigte George W. Bush Verstaendnis fuer das Anliegen, beschuldigte den Walfisch des Besitzes von Massenvernichtungswaffen und erklaerte dem Raum-Zeit-Kontinuum den Krieg.
Experten sprachen von einer Achse der Moesen, welche sich gegen den natuerlichen Weltuntergang verschworen haetten. Obwohl Namen nicht genannt wurden, erklaerten Quellen aus Regierungskreisen, dass es sich hierbei wohl um Hllary Clinton und Angela Merkel handeln wuerde. Auch die kuerzlich verstorbene Anna Nicole Smith soll ein Teil dieses willkuerlichen, fremddefinierten Feministinnenclubs gewesen sein.

Thursday, February 22, 2007

book review: Kurt Vonnegut "A man without a country"

Es gibt Buecher, die muss man gelesen haben. Vonneguts zaehlen sicherlich nicht dazu. Nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil sie uns daran erinnern, dass man eigentlich gar nichts muss auf dieser Welt ausser sterben. So it goes.

“A man without a country” weckt viele Erinnerungen. Erinnerungen an Kilgore Trout, einen Schlachthof in Dresden und die Galappagos Inseln. Warum? Nun, um das zu erklaeren, muesste man zumindest eines von Vonneguts Buechern gelesen haben. “A man without a country” ist hier allerdings eines der schlechtesten um zu beginnen. Es ist vielmehr der unkroenende Abschluss eines zynischen Gesamtwerkes, welches als Sales Manager in einem Saab-Vertrieb begann.

Wer also von Vonnegut noch nicht sonderlich viel gehoert hat, sollte mit etwas anderem beginnen. Vielleicht “Slaughterhouse V”. Hier versucht der nach eigenen Angaben faelschlicherweise als SciFi-Autor beschuldigte Vonnegut, seine Erlebnisse als Kriegsgefangener waehrend der Bombadierung Dresdens zu verarbeiten. Natuerlich nicht ohne obligatorische Zeitreisen und Vortoterlebnisse.

Wie auch immer. “A man without a country’ jedenfalls ist ein Buch voller Vorurteile ueber Oelgierige Politiker, Bush, Dick und Colon, alltaegliche Erlebnisse und sinnfreies Gebrabbel eines damals 82jaehrigen. Kurz und buendig: Auch aus inhaltlicher Sicht gibt das Buch nicht sonderlich viel her. Die Hoffnung auf kuenstlerische Gestaltung der Seiten, welche beim ersten Blaettern noch in die Augen sprangen, wir spaetestens beim Nachdenken ueber die vermutlichen Botschaften (“Funniest joke in the world: Last night I dreamed I was eating flannel cakes. When I woke up the blanket was gone!”) jegliche geistige Bereicherung bestreiten. Mehr als ich hier meinen Senf zum Besten gebe, kommt also aus dem Buch auch nicht heraus, und doch: Von der ersten Seite bis zur letzten, verspuert man eine eigentuemliche Bauchspannung in der Magengegend. Der Reiz unnatuerlich laut zu lachen – und das noch ueber eine gelungene Pointe – treibt einen in kuerzester Zeit durch das 149Seiten-Werk. Mit dem Vorwissen ueber sesine Eigenart zu Schreiben, kann man sich geradezu bildlich einen schlechtrasierten Grossvater vorstellen, der ueberfluessigerweise seine Botschaften unter das Volk streut – wissend, dass es eigentlich keinen interessiert. Ob Umweltverschmutzung, Sozialismus Korruption, Kritik, Gott, nichts bleibt aus in seiner kleinen Welt, die logischerweise mit Lebens- und Familienanekdoten ausgefuellt werden muss.

Kurz und gut, es rentiert sich nicht zu lesen – wie keines seiner Werke – wer es allerdings trotzdem macht, wird mit einem gewissen Sinn fuer Humor ausgestattet seine wahre Freude haben. Es ist schlicht die Bekenntnis eines altgewordenen Zynikers zum Leben, der die Suche nach dem Sinn des Lebens noch nicht abgeschlossen hat.

Sunday, September 03, 2006

No.18: Französische Spalte I

Französische Spalten – nicht im anrüchigen, sondern im aquataxischen Sinne – werden nicht in Französisch geschrieben werden. Dies gilt es zu Anbeginn der Pariser Ära klar zu stellen.

Nicht weil ich nicht ebenso gewandt im Französischen agieren könnte – Ich bin quasi ein französisches Flexibilitätsgenie. Sondern weil mich eben diese Flexibilität – das ständige Ausweichen, über Umwege den Sinn Erreichen, weil einem das entsprechende Wort nicht einfällt – von Wortassoziationen – Ja, auch den vielen schlechten – abhält.

Nun denn, trotzt der Berichterstattung aus dem Ausland, werde ich mich deutschen Verhältnissen zuwenden: Wir haben es schon immer gewusst: Auf der Blüte ihres Lebens veröffentlicht Eva Herrman ein neues Buch wie sich die „Frau“ am Besten selbst geiseln könne. Das Prinzip ist ganz einfach: Früh Kinder kriegen, dann in in betagtem Alter mit der Karriere beginnen und darauf hoffen, dass die Politik zum konservativen Wohlfahrtsstaat – zum male-breadwinner-state – zurückkehrt. Gerade zum richtigen Zeitpunkt also erscheint das Buch auf dem Markt: Es erspart der CSU ihr neues „back-to-the-roots“-Programm inhaltlich zu untermauern. Ein Verweis auf die Herrmannsche Bibel reicht völlig aus…

Einige Kritiker rätseln zwar, wie der Mensch Herrmann auf solche Gedanken gekommen ist, wenn sie doch alles aber auch wirklich alles bis dato falsch gemacht hat? Frühe Karriere, Talkshows, Tagesschau, usw., doch weiß die ergrauende Blonde auch hier eine Antwort:
Schuld daran war das das „Ich begreife die Welt“-Phänomen sehr lange auf sich hat warten lassen und dass 100%verlässliche Kindermädchen.

Aus hohem Alter lässt sich natürlich einiges besser verstehen, man kann die Gedanken schweifen lassen und endlich begreifen was „die Welt in ihrem Innersten zusammenhält“: Die Rollenteilung von Mann und Frau. Das Ganze geht vor allem dann auch so leicht, wenn durch frühes Besteigen und Erklimmen der Karriereleiter ein Polster gelegt ist um zum einen überhaupt Bücher veröffentlichen zu können und zum anderen, dass sie überhaupt Gehör finden.

Ich persönlich glaube ja weniger an die Herrmannsche Spätkarrieretheorie, als an Alterssenilität, aber hier mag ich mich auch irren.

Irren kann man sich natürlich auch, wenn man das neue Al-Qaida Video näher analysiert. Leider ist dies weder mit Chips und Bier noch mit ernsteren Analysemethoden möglich. Vorausgesetzt man hat kein Aljazeera zu Hause, versucht man sich schwer daran besagtes Video im Netz zu finden: Meine Ambitionen diesbezüglich sind in diesem Moment erschöpft.
Deswegen verlasse ich mich auf die sekundäre Interpretation westlicher, neoliberaler, antislamischer Hetzmedien: Kurz dem Spiegel (Nebenbei, hatte ich eigentlich schon erwähnt wie man damals auf meine Kündigung reagiert hatte, nachdem ich die mangelnde Ausgeglichenheit und Einseitigkeit der Spiegel-Berichterstattung kritisiert hatte? Ich „solle doch dem Spiegel nachsehen, dass er nicht meine Meinung vertreten könne, sondern ihm eine Ausgewogenheit der Berichterstattung am Herzen liege“. Es hat einen weiteren Verdacht bestätigt: Weder intensives Recherchieren noch gründliches Lesen, gehört zu den Stärken der Spiegelredakteure seit Augsteins Tod – Gott habe ihn seelig.).

Nun also befürchten – um wieder zum wahrhaftigen Weg zurückzukehren – US-Experten, dass besagte Videobotschaft eine versteckte Andeutung auf weitere zukünftige Anschläge beinhalte. Gut, diese Vermutung ist jetzt nicht ganz so abwegig, wenn man sich folgende Wort zu Gemüte führt: „Wir laden alle Amerikaner ein, zum Islam zu konvertieren, wie auch immer ihre bisherige Rolle und ihr Status in der Weltordnung von US-Präsident Geroge W. Bush oder Großbritanniens Premierminister Tony Blair ist. Entscheiden Sie heute, denn heute könnte ihr letzter Tag sein.". Allerdings wird hierbei wohl vergessen, dass der „letzte Tag“ auch der jüngste vor Gott sein könnte und dann ist die Analogie gar nicht mal so abwegig: Aus der Sicht eines Muslimen ist das einzige was Nicht-Muslimen vor Allah noch retten kann die Konvertierung. Wow, eine grundlegenede Videoerkenntnis: Jeder Tag könnte der letzte sein. Bald sind ja auch wieder Kongesswahlen in den Staaten…. Aber genug davon. Es gibt nun wirklich Wichtigeres in der Weltgeschichte als videobotschaftende mutmaßliche Weltzerstörer.

Den Iran z.B. Ich möchte jetzt für selbigen keine Lanze brechen. Aber die Fußballliebe des dortigen Präsidenten hat mir weitaus besser gefallen, als die unsere wohlgeliebten Bundesverschandlerin. Weniger tröstende Worte in der Kabine und mehr Richtungsstärke – wohin denn nun eigentlich? – wären sicherlich besser gewesen.

Ahmadinetschaaf auf der anderen Seite hielt es für besser zu Hause zu bleiben und seelenruhig in seiner Postrevolutionswiege von einem zweiten Holocaust und der islamischen Weltherrschaft zu träumen. Ich mein’, sicherlich ist er kein normaler fundamentalistischer Isamist – sonst wär er wohl kaum Präsident – aber immerhin weiß er doch die Welt mit allerlei Späßen zu erfreuen. Seien es nun lustige Wassermobile, globale Fernsehduelle (worum geht’s hier eigentlich?) oder friedliche Urananreicherungsprogramme eines kann das Ahmadinetschaaf sicherlich auf jeden Fall: besser Englisch als Bush Arabisch.
Sehen wir es doch mal so: Eigentlich ist der Rest der Welt uns einen Schritt voraus: Sie können ihre Heimatsprache – die immerhin nicht wenige in der Welt sprechen – weitaus häufiger eine europäische Sprache als Europäer Arabisch, haben mehr Selbstkontrolle, nur einen Gott (Bei uns ist es der Markt, Jahwe und jährlich wechselnde Fußballspieler respektive Bravo-Ausgeburt „Tokio Hotel“) und sind bereit sich für bessere Lebensbedingungen in die Luft zu sprengen. Wäre das bei uns auch der Fall, hätte der DGB sicherlich eine ganz andere Rhetorik…

Wir sehen also, so toll sind wir auch wieder nicht. Vor allem: Wir haben kein Öl. Also hören wir doch auf mit unserem Besserlebenkolonialismus und reihen uns ein in die Reihe der schleimigen Ölbettler. Wenn wir nämlich so weiter machen, kaufen die Chinesen, Russen und WeißderGeier wer noch uns die Wirtschaft weg – während wir noch immer heulend den abgefrackten Moralapostel spielen. Denn sein wir mal ganz ehrlich: Die Apostel spielen im Islam nun mal wirklich eine untergeordnete Rolle.