book review: Kurt Vonnegut "A man without a country"
Es gibt Buecher, die muss man gelesen haben. Vonneguts zaehlen sicherlich nicht dazu. Nicht, weil sie schlecht sind, sondern weil sie uns daran erinnern, dass man eigentlich gar nichts muss auf dieser Welt ausser sterben. So it goes.
“A man without a country” weckt viele Erinnerungen. Erinnerungen an Kilgore Trout, einen Schlachthof in Dresden und die Galappagos Inseln. Warum? Nun, um das zu erklaeren, muesste man zumindest eines von Vonneguts Buechern gelesen haben. “A man without a country” ist hier allerdings eines der schlechtesten um zu beginnen. Es ist vielmehr der unkroenende Abschluss eines zynischen Gesamtwerkes, welches als Sales Manager in einem Saab-Vertrieb begann.
Wer also von Vonnegut noch nicht sonderlich viel gehoert hat, sollte mit etwas anderem beginnen. Vielleicht “Slaughterhouse V”. Hier versucht der nach eigenen Angaben faelschlicherweise als SciFi-Autor beschuldigte Vonnegut, seine Erlebnisse als Kriegsgefangener waehrend der Bombadierung Dresdens zu verarbeiten. Natuerlich nicht ohne obligatorische Zeitreisen und Vortoterlebnisse.
Wie auch immer. “A man without a country’ jedenfalls ist ein Buch voller Vorurteile ueber Oelgierige Politiker, Bush, Dick und Colon, alltaegliche Erlebnisse und sinnfreies Gebrabbel eines damals 82jaehrigen. Kurz und buendig: Auch aus inhaltlicher Sicht gibt das Buch nicht sonderlich viel her. Die Hoffnung auf kuenstlerische Gestaltung der Seiten, welche beim ersten Blaettern noch in die Augen sprangen, wir spaetestens beim Nachdenken ueber die vermutlichen Botschaften (“Funniest joke in the world: Last night I dreamed I was eating flannel cakes. When I woke up the blanket was gone!”) jegliche geistige Bereicherung bestreiten. Mehr als ich hier meinen Senf zum Besten gebe, kommt also aus dem Buch auch nicht heraus, und doch: Von der ersten Seite bis zur letzten, verspuert man eine eigentuemliche Bauchspannung in der Magengegend. Der Reiz unnatuerlich laut zu lachen – und das noch ueber eine gelungene Pointe – treibt einen in kuerzester Zeit durch das 149Seiten-Werk. Mit dem Vorwissen ueber sesine Eigenart zu Schreiben, kann man sich geradezu bildlich einen schlechtrasierten Grossvater vorstellen, der ueberfluessigerweise seine Botschaften unter das Volk streut – wissend, dass es eigentlich keinen interessiert. Ob Umweltverschmutzung, Sozialismus Korruption, Kritik, Gott, nichts bleibt aus in seiner kleinen Welt, die logischerweise mit Lebens- und Familienanekdoten ausgefuellt werden muss.
Kurz und gut, es rentiert sich nicht zu lesen – wie keines seiner Werke – wer es allerdings trotzdem macht, wird mit einem gewissen Sinn fuer Humor ausgestattet seine wahre Freude haben. Es ist schlicht die Bekenntnis eines altgewordenen Zynikers zum Leben, der die Suche nach dem Sinn des Lebens noch nicht abgeschlossen hat.

1 Comments:
Jetzt kann ich endlich ohne Anmeldung hir bloggen!
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